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Schimmel

Kontakt

Thomas Hölzer
Telefon: 02841/202-1106
Telefax: 0281/207-67-1106


Allgemeine Informationen:
Die Schimmelpilze und ihre Sporen gehören zu unserer natürlichen Umwelt.
Sie sind im Kreislauf biologischer Stoffe ein wichtiges unverzichtbares Glied, da sie z.B. Blätter so zersetzen, dass daraus wieder neue Pflanzen wachsen können. Daher findet man in der Außenluft und in der Innenluft immer Schimmelpilzsporen.
Eine natürliche Quelle für Schimmelpilzsporen im Innenraum ist einerseits der Mensch selbst, weil er in den Haaren und auf der Kleidung die Sporen von außen nach innen trägt, andererseits stellen Blumentöpfe und Restmülleimer oder verschimmeltes Brot, Obst und Gemüse in der Vorratskammer bzw. im Kühlschrank weitere Quellen dar. Im Kühlschrank finden sich auch Speisen, die ohne den Schimmel nicht so schmackhaft wären wie z.B. Camembert und Blauschimmelkäse.

Schimmelpilze auf der Tapete und am Bettgestell. Sicht unter ein Bett / ©Kreis Wesel

Befindet sich der Schimmel in der Wohnung an den Wänden, der Decke oder auf den Möbeln, so ist dies ein deutliches Zeichen für zu hohe Feuchtigkeit in den betroffenen Materialien.

Ein Schimmelpilz gehört an diesen Stellen nicht in die Wohnung.

Keine Feuchtigkeit - kein Schimmelpilz!
Aus einer immer vorhandenen Schimmelpilzspore entwickelt sich nur dann ein Schimmelpilz, wenn genügend Feuchtigkeit vorhanden ist.
Die Feuchtigkeit in einer Wohnung kann durch bauliche Mängel oder fehlerhaftes Heizen und Lüften verursacht sein.
Zu den baulichen Mängeln zählen undichte oder gebrochene Rohrleitungen. Hierzu gehören aber auch undichte Kellerwände, Mauern, Dächer und Fugen.
Von falschem Heizen und Lüften wird dann gesprochen, wenn z.B. einzelne Räume einer Wohnung garnicht oder nur unzureichend beheizt werden. Im nicht beheizten Raum kann die Wandtemperatur so niedrig werden, dass sich auf der Wand Kondenswasser bildet, wenn warme Luft hereinströmt. Diesen Effekt kennt jeder, der an einem warmen Sommertag eine Flasche Wasser aus dem Kühlschrank holt: die Flasche beschlägt.
Beim richtigen Heizen und Lüften erfolgt ein Wechsel zwischen:

  • dem Beheizen eines Raumes bei geschlossenen Fenstern und,
  • dem Lüften des Raumes mit weit geöffneten Fenstern und abgestellter Heizung.

Messen von Schimmelpilzen
Eine Messung der Schimmelpilzsporen in der Raumluft ist bei sichtbarem Schimmelbefall meistens nicht erforderlich. Wenn Sie eine solche Messung durchführen wollen, sollten Sie diesen Auftrag an ein Untersuchungslabor oder Ingenieurbüro vergeben.
Eine zuverlässige Beurteilung ist dann möglich, wenn die Menge der Schimmelpilzsporen in der Raumluft und in der Außenluft bestimmt wurde. Eine qualitativ gute Messung beinhaltet auch eine Bestimmung der Schimmelpilzarten. Sowohl die Menge der Sporen pro Kubikmeter Raumluft als auch die vertretenen Arten geben Hinweise über Ihre Herkunft.
Ein Verzeichnis der Untersuchungslabore, die Schimmelpilze bestimmen können, erhalten Sie z.B. bei den Verbraucherzentralen.

Beurteilung von Schimmelpilzmessungen
Es gibt keine Grenz- oder Richtwerte für die Sporenkonzentration in der Raumluft!
Die Anzahl der Schimmelsporen im Innenraum soll nicht über dem Gehalt in der Außenluft liegen.
Das Umweltbundesamt hat zusammen mit weiteren Experten zwei Leitfäden zur Beurteilung und Sanierung von Schimmelpilzschäden herausgegeben (siehe Downloads).

Vor jeder Messung der Schimmelpilzsporen empfiehlt sich eine gründliche Überprüfung der in Frage kommenden Ursachen durch einen Handwerker (Heizung, Sanitär, Dachdecker) oder einen Bausachverständigen. Mittlerweile gibt es Firmen, die sich auf die Messung von Baufeuchte spezialisiert haben.

Handlungshinweise

  1. Bitte unterrichten Sie zunächst Ihren Vermieter schriftlich über den Schimmelbefall in Ihrer Wohnung.
  2. Danach können Sie sich an die Stadt- oder Gemeindeverwaltung Ihres Wohnortes wenden.
    Die Stadt- oder Gemeindeverwaltung hat die gesetzliche Aufgabe, die Instandsetzung, die Erfüllung von Mindestanforderungen und die ordnungsgemäße Nutzung von Wohngebäuden, Wohnungen und Wohnräumen zu erwirken. Hier erhalten Sie Hilfe beim Vorliegen baulicher Mängel, die der Hauseigentümer zu verantworten hat. Die gesetzliche Grundlage bildet das Gesetz zur Erhaltung und Pflege von Wohnraum für das Land Nordrhein-Westfalen (Wohnungsgesetz - WoG -).
  3. Zur Beurteilung der gesundheitlichen Gefährdung durch den Schimmel kann die Stadt oder Gemeinde den Fachdienst Gesundheitswesen um eine Stellungnahme bitten.
    Diese Beurteilung ist für Sie kostenpflichtig und erfolgt nach einer Besichtigung Ihrer Wohnung. In Ausnahmefällen kann die Besichtigung auch ohne die Beteiligung der Stadt oder Gemeinde erfolgen.

Gefährdungen durch Schimmelpilze
Gesundheitliche Beschwerden sind meistens nicht eindeutig auf einen Schimmelbefall in der Wohnung zurückzuführen. Es gibt Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen der Belastung mit Schimmelpilzen und Atemwegserkrankungen. Schimmelpilze sind in der Lage bei empfänglichen Personen allergische Reaktionen auszulösen. Reizende oder toxische Wirkungen treten meistens nur an mit Schimmelpilz belasteten Arbeitsplätzen auf. Ein Wachstum von Schimmelpilzen im menschlichen Körper kommt nur bei Personen vor, deren Abwehrkräfte sehr stark geschwächt sind.

Da der Mensch ständig mit Schimmelpilzen und ihren Sporen in Kontakt kommt, reagiert er nur dann mit Krankheitssymptomen, wenn

  • die Belastung mit Schimmelpilzen wesentlich höher als normal ist,
  • nur eine Schimmelpilzart vermehrt vorkommt oder
  • seine Abwehrkräfte stark vermindert sind.

Personen, die zu einer der folgenden Gruppen gehören, sind besonders empfindlich gegenüber einer erhöhten Belastung mit Schimmelpilzsporen:

  • Insulin-pflichtige Diabetiker (Zuckerkranke)
  • Allergiker, die auf Schimmelpilze reagieren
  • Transplantationspatienten
  • Krebspatienten, die eine Chemotherapie machen
  • Personen, die Kortisonhaltige Medikamente in hohen Mengen einnehmen
  • Mukoviszidoserkrankte
  • HIV-infizierte, AIDS-Kranke
  • Personen mit angeborenen Immundefekten (Defekte des körpereigenen Abwehrsystems)
  • Patienten mit Bronchiektasen, Kaverne, Zysten durch vorbestehende Lungenerkrankungen
   

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