Führerschein - Fahrerqualifizierungsnachweis / Schlüsselzahl 95

Seit dem 10.09.2008 müssen Kraftfahrer für den gewerblichen Personenverkehr (Klassen D1, D1E, D und DE) und seit dem 10.09.2009 Kraftfahrer für den gewerblichen Güterkraftverkehr (Klassen BE 79.06, C1, C1E, C und CE) zusätzlich zur Fahrerlaubnis eine sogenannte „Grundqualifikation" bzw. „Weiterbildung" nachweisen. Wer Inhaber einer solchen Fahrerlaubnis ist, diese jedoch nicht gewerblich nutzt, muss keine Weiterbildung nachweisen. Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Antragstellung finden Sie unter den Hinweisen.

Der Fahrerqualifizierungsnachweis wird ab Mai 2021 bundesweit ausgestellt. Er dient dem Nachweis einer bestehenden Berufskraftfahrerqualifikation und löst die Eintragung der Schlüsselzahl „95" in den Führerschein ab.

Dabei handelt es sich um eine Karte, welche dem Führerschein in Form und Größe ähnelt.
Der Fahrerqualifizierungsnachweis kann auch in den Fällen ausgestellt werden, in denen bislang der Eintrag der Schlüsselzahl „95" in den Führerschein nicht möglich war, z.B. bei ausländischen Führerscheinen.

Die Berufskraftfahrer/innen erhalten den Fahrerqualifizierungsnachweis auf Antrag bei der für sie zuständigen Fahrerlaubnisbehörde.

Berufskraftfahrerqualifikationsregister:
Frühestens am 23. Mai 2021 soll ein neues Online-Portal beim Kraftfahrt-Bundesamt den Betrieb aufnehmen, dass die Aus- und Weiterbildungen von Berufskraftfahrern und Berufskraftfahrerinnen beinhaltet. Dieses Register wird eingeführt, um bundesweit und innerhalb der EU leichter und sicherer nachvollziehen zu können, welche Qualifikationen Fahrer/innen aufweisen. Damit soll es für Fahrer/innen und Betriebe einfacher werden, grenzüberschreitend zu arbeiten. Statt Teilnahmebescheinigung auf Papier für den Besuch von Weiterbildungen und als Nachweis für eine abgeschlossene Ausbildung gibt es dann einen Registereintrag.

Gebühr

Prüfung des Antrages, Ausstellung des Fahrerqualifizierungsnachweises und Zustellung von diesem:27,50 Euro - 42,30 Euro
(Bemessung nach Antrags- und Zustellart)
Prüfung der Anrechnung anderer Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen:zusätzlich 7,00 Euro

 

Hinweis

Als grundsätzlich qualifiziert (Besitzstand) gilt man, wenn man die Fahrerlaubnisklassen D1, D1E, D oder DE vor dem 10.09.2008 und die Fahrerlaubnisklassen C1, C1E, C oder vor dem 10.09.2009 erworben hat.
Wann benötige ich eine „Grundqualifikation" und wann benötige ich eine „Weiterbildung"?
Eine Grundqualifikation ist dann erforderlich, wenn eine Fahrerlaubnis der Klassen D1, D1E, D oder DE nach dem 09.09.2008 und eine Fahrerlaubnis der Klassen C1, C1E, C oder CE nach dem 09.09.2009 erworben wird.

Wie weise ich eine „Grundqualifikation“ und wie eine „Weiterbildung“ nach?

Die Grundqualifikation wird erworben durch:

  1. erfolgreiche Ablegung einer theoretischen und praktischen Prüfung bei einer Industrie- und Handelskammer oder
  2. Abschluss einer Berufsausbildung in den Ausbildungsberufen „Berufskraftfahrer / Berufskraftfahrerin" oder "Fachkraft im Fahrbetrieb" oder einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf, in dem vergleichbare Fertigkeiten und Kenntnisse zur Durchführung von Fahrten mit Kraftfahrzeugen auf öffentlichen Straßen vermittelt werden oder
  3. Teilnahme am Unterricht einer anerkannten Ausbildungsstätte und die erfolgreiche Ablegung einer theoretischen Prüfung bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer.

Die Weiterbildung wird durch Teilnahme an einem Unterricht bei einer anerkannten Ausbildungsstätte durchgeführt, wodurch die Kenntnisse der Grundqualifikation weiter vertieft und wiederholt werden. Als Nachweis dafür dient eine Bescheinigung der Ausbildungsstätte über den Abschluss von Zeiteinheiten (Teilleistungen) oder dem Abschluss der Weiterbildung (erworben im Inland, in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union oder in einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum).

Die Dauer der Weiterbildung beträgt insgesamt 35 Stunden zu je 60 Minuten, die in selbstständigen Ausbildungseinheiten von jeweils mindestens sieben Stunden erteilt werden.

Folgende Aus-/Weiterbildungen können im Umfang von 7 Unterrichtseinheiten anerkannt werden:

  • Ausbildung gemäß Anhang I der Richtlinie 2008/68/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 24. September 2008 über die Beförderung gefährlicher Güter im Binnenland (ABl. L 260 vom 30.9.2008, S. 13) für Fahrzeugführer, die zuletzt durch den Beschluss (EU) 2019/1094 (ABl. L 173 vom 27.6.2019, S. 52) geändert worden ist.
  • Schulung gemäß Artikel 6 Absatz 5 in Verbindung mit Artikel 17 Absatz 2 der Verordnung (EG) Nr. 1/2005 des Rates vom 22. Dezember 2004 über den Schutz von Tieren beim Transport und damit zusammenhängenden Vorgängen sowie zur Änderung der Richtlinien 64/432/EWG und 93/119/EG und der Verordnung (EG) Nr. 1255/97 (ABl. L 3 vom 5.1.2005, S. 1), die zuletzt durch die Verordnung (EU) Nr. 2017/625 (ABl. L 95 vom 7.4.2017, S. 1) geändert worden ist.

Kontakt

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