Der Kreis Wesel

Der Kreis Wesel ist nach der kommunalen Neugliederung am 1. Januar 1975 aus Teilen der Kreise Dinslaken, Moers und Rees hervorgegangen. Er umfasst die Ballungsrandzone des Ruhrgebiets mit den Städten Dinslaken, Kamp-Lintfort, Moers, Neukirchen-Vluyn, Rheinberg, Voerde und Wesel. Eher ländlich strukturiert ist dagegen das Gebiet der Städte Hamminkeln und Xanten und der Gemeinden Alpen, Hünxe, Schermbeck und Sonsbeck.

Der niederrheinische Kreis Wesel wird wegen seiner Lage am Rand des Ruhrgebietes auch „Grüne Lunge des Ruhrgebietes“ genannt, und dient den Bürgerinnen und Bürgern als Naherholungsgebiet. Der Kreis Wesel ist Mitglied der Euregio Rhein-Waal und der Region NiederRhein.

Die Wirtschaftsstruktur des Kreises wird unter anderem durch Logistik, Hightech, Chemie, Handel, Handwerk, Dienstleistungen, Landwirtschaft und den Bergbau mit den Sparten Salz und Kies bestimmt.

Der heutige Kreis Wesel ist stark geprägt vom Strukturwandel. Im Oktober 1984 wurde das damals größte Steinkohlekraftwerk Europas in Voerde eingeweiht, bevor die Schächte nach und nach geschlossen wurden. Das letzte Steinkohlebergwerk des Kreises Wesel schloss Ende 2012 in Kamp-Lintfort.

Auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Rheinpreußen ist der Technologiepark Eurotec errichtet worden, der sich durch die Integration unterschiedlicher Fachbereiche von wissenschaftlicher Forschung, technologischer Entwicklung und beruflicher Bildung unter einem Dach zu einem Impulsgeber für die Region entwickelt hat. Der Entwicklungsschwerpunkt LippeMündungsraum (mit DeltaPort als Häfenkooperation) ist als interkommunales Gemeinschaftsprojekt ein wichtiger Baustein zur weiteren Strukturverbesserung der Region. Ein weiteres Beispiel für den erfolgreichen Strukturwandel ist das Institut für Mobil- und Satellitenfunktechnik im Technologiepark Dieprahm in Kamp-Lintfort. Pilotcharakter für ganz NRW hat der Grafschafter Gewerbepark Genend, ein Gemeinschaftsprojekt von Moers, Neukirchen-Vluyn, Kamp-Lintfort und Rheinberg.

Der Kreis half konsequent bei der Gründung eines Naturschutzzentrums (1986), in dem neben der Niederrheinischen Arbeitsgemeinschaft für Biotopmanagement e. V. (NAB) die Mitglieder mehrerer Umweltschutzverbände arbeiten. Daraus ist im Mai 1994 die vom Land, dem Kommunalverband Ruhrgebiet (heute Regionalverband Ruhr, RVR) und dem Kreis geförderte Biologische Station im Kreis Wesel e. V. entstanden. Bei den Landschaftsplänen nimmt der Kreis Wesel eine Spitzenstellung in NRW ein. Die Kooperationsvereinbarungen mit den Jägern und der Landwirtschaft gelten als beispielhaft. Sie basieren auf dem Grundsatz: „Erst reden, dann regeln“.

Das kulturelle Angebot im Kreis reicht vom Archäologischen Park und dem RömerMuseum in Xanten über das Kloster Kamp in Kamp-Lintfort mit seinem barocken Terrassengarten bis hin zum Preußen-Museum in Wesel. Die Aufführungen des Schlosstheaters Moers und des Landestheaters Burghofbühne im Kreis Wesel sorgen weit über die Region hinaus für Schlagzeilen. Das Moers-Festival lockt seit Jahren begeisterte Jazz-Fans aus dem In- und Ausland zu Pfingsten nach Moers. Internationales Flair umgibt auch das Comedy-Arts-Festival in der alten Grafenstadt. Nicht aufzulisten sind die vielen Aktivitäten vor Ort, die den Reiz des lokalen Kulturlebens ausmachen. Der Kreis unterstützt die kulturellen Aktivitäten mit der Ausrichtung regionaler Kulturprojekte unter der Bezeichnung „Kreiskulturtage“.

Schulen, Volkshochschulen, Weiterbildungseinrichtungen und die Nachbarschaft zur Universität Duisburg-Essen sorgen für ein leistungsstarkes Bildungsangebot. Der Kreis Wesel nimmt bei der integrativen Beschulung von behinderten Kindern eine führende Stellung innerhalb des Landes ein. Freie Träger unterhalten einige Bildungs- und Erziehungseinrichtungen, die – wie der Klausenhof in Hamminkeln oder der Erziehungsverein in Neukirchen-Vluyn – einen sehr guten überregionalen Ruf erlangt haben.

Auch die Pflege des Ortsbildes wird erfolgreich betrieben, was sich am Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ bzw. heute „Unser Dorf hat Zukunft“ zeigt. Hier hat Budberg 1963 auf Bundesebene eine Goldmedaille gewonnen. Weitere auf Bundes- oder Landesebene ausgezeichnete Orte waren: Marienbaum, Hünxe, Labbeck, Krudenburg, Bislich, Veen und Loikum.

Mit seinen rund 460.000 Einwohnern hat sich der Kreis Wesel zu einem leistungsfähigen Kommunalverband entwickelt. Seine Zukunft muss in engem Zusammenhang mit dem Lebensraum und der Arbeitswelt am Unteren Niederrhein gesehen werden.

Bereits 1953 ist der Kreis Wesel eine Partnerschaft mit der County Durham (GB) eingegangen. Seitdem finden regelmäßige Austauschmaßnahmen statt.

Der niederrheinische Kreis Wesel erfüllt seine Aufgaben und Funktionen zwischen dem Ruhrgebiet, den Rhein- und Maashäfen sowie dem Benelux-Raum und nimmt zugleich eine wichtige Erholungsfunktion für die Nachbarn und für seine Bewohnerinnen und Bewohner wahr.

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