11.03.2019: Frauen und ihre Rentenlücke: Tipps der Fachstelle Frau und Beruf

Der 18. März ist das diesjährige symbolische Datum des Equal Pay Day. Dieser Tag macht darauf aufmerksam, dass Frauen immer noch bei gleicher und gleichwertiger Arbeit weniger verdienen als ihre Kollegen. Das Statistische Bundesamt errechnete eine Lohnlücke von 21 Prozent.

Die Fachstelle Frau und Beruf des Kreises Wesel nimmt diesen Tag zum Anlass, auf eine weitere ‚Lücke‘ aufmerksam zu machen: die Rentenlücke von Frauen. Im Schnitt bekommen Männer in Deutschland eine doppelt so hohe Rente wie Frauen. Nachzulesen ist dies im Rentenatlas 2018 der Deutschen Rentenversicherung.

Die Gründe dafür sind vielfältig: „Neben der Ausbildungs- und Berufswahl, der Dauer und dem Umfang der Arbeitszeit entscheidet auch das immer noch gelebte traditionelle Rollenverständnis ‚Frauen als Hinzuverdienerin und Männer als Hauptverdiener‘ über den Verdienst und somit über das Geld, das Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern während des Berufslebens und im Alter zur Verfügung steht“, erklärt Monika Seibel, Koordinatorin der Fachstelle Frau und Beruf des Kreises Wesel. „Eine existenzsichernde Erwerbstätigkeit heute und eine damit verbundene finanziell sorgenfreie Zeit im Alter für Frauen sind noch immer nicht die Regel“, so Seibel weiter.

Zudem kommt es im Laufe des Lebens beispielsweise durch den Verlust des Arbeitsplatzes, durch Krankheit, Scheidung oder Tod des Partners / der Partnerin oftmals zu überraschenden Veränderungen. „Wenn sich Frauen in Partnerschaften finanziell zu sehr auf ihre/n Partner*in ‚verlassen‘, kann dies im Alter zu einem Leben an der Armutsgrenze oder sogar darunter führen“, betonte die Koordinatorin. In diesem Zusammenhang appelliert sie an alle Frauen, das Thema „Altersvorsorge aus der Tabu-Ecke zu holen.“ und gibt einige Tipps rund um die finanzielle Absicherung:

1. Halten Sie Ihre eigene Berufstätigkeit im Blick, denn jede Arbeitsstunde, jedes Jahr an Arbeitszeit zählt. Bleiben Sie am Ball!

2. Treffen Sie bei der Familiengründung klare Vereinbarungen in Ihrer Partnerschaft zum finanziellen Ausgleich für den beruflichen Ausstieg bzw. Verringerung der wöchentlichen Arbeitszeit.

3. Setzen Sie eine partnerschaftliche Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Familienarbeit um – gemeinsam!

4. Sparen Sie monatlich eine feste Summe. Auch kleine Sparsummen sind besser als keine - je früher, desto besser!

5. Lassen Sie Staat und Arbeitgeber*in für Sie mitsparen (Riester oder Entgeltumwandlung, Vermögenswirksame Leistungen).

Kontakt: Monika Seibel 0281 207-2201 oder monika.seibel@kreis-wesel.de

Informationen rund um das Thema Frau und Beruf finden Sie unter www.kreis-wesel.de/frauundberuf