13.09.2019: Kreisverwaltung informiert Fachausschuss über Rettungsdienstbedarfsplan und Notfallseelsorge

In der Sitzung des Ausschusses für Verkehr, Rettungswesen und Ordnungsangelegenheiten am Donnerstag, 12. September 2019, informierte Dr. Lars Rentmeister, Vorstandsmitglied für den Bereich Rettungswesen, die Ausschussmitglieder über den aktuellen Sachstand des Rettungsdienstbedarfsplans.

Die Ärztliche Leitung Rettungsdienst, Dr. Frank Höpken und Dr. Ralf Dittmer, erklärten in einem Vortrag das System der Notfallrettung. So kommt in 80 Prozent der Fälle der Rettungstransportwagen (RTW) zum Einsatz, besetzt mit mindestens einem Rettungsassistenten und einem Rettungssanitäter. Nur in 20 Prozent der Einsätze wird zusätzlich ein Notarzt angefordert, etwa bei Schwerverletzten und Wiederbelebungsmaßnahmen. In Zukunft wird außerdem ein Notfallsanitäter den RTW besetzen, ein neues Berufsbild im Bereich Rettungswesen.

Die Ausschussmitglieder fragten nach dem bestehenden System in Schermbeck, nach dem dort niedergelassene Ärzte mit entsprechender Qualifizierung notärztliche Tätigkeiten versehen. Dr. Rentmeister bestätigte, dass dieses System auch im neuen Rettungsdienstbedarfsplan festgeschrieben werden wird: „Es hat inzwischen Gespräche mit den Ärzten, den Kostenträgern und der Kommune gegeben. Das System in Schermbeck wird bestehen bleiben.“ Auch die Ausrückzeiten werden durch eine umgestellte Alarmierungstechnik verbessert, berichtete der zuständige Fachdienstleiter Frank Brändel. Dr. Rentmeister weiter: „Sobald die Stellungnahmen der Städte und Kommunen sowie der Hilfsorganisationen und Krankenhäuser zum Entwurf des Rettungsdienstbedarfsplans eingegangen sind, werden sie erörtert. Gegebenenfalls werden Änderungen eingearbeitet, damit zur Kreistagssitzung im Dezember ein beschlussfähiger Entwurf vorliegt.“

Die Kreisverwaltung berichtete außerdem über die Arbeit der Notfallseelsorge und der Einsatznachsorge im Kreis Wesel. Das kostenlose Angebot richtet sich an alle, die mit belastenden und extremen Situationen zu tun haben: Als Opfer, als Angehörige/r oder auch als Helfer/in. „Die Arbeit, die dort geleistet wird, kann man nicht beziffern“, lobte unter anderem Rainer Gardemann (CDU). Lukas Aster (Bündnis 90/Grünen) dankte allen Notfallseelsorgern für ihr „sehr wertvolles und zeitintensives Ehrenamt“. Parteiübergreifend herrschte Einigkeit darüber, dass die nicht-hauptamtlichen Kräfte für ihren Einsatz freigestellt werden sollten. Die Verwaltung griff den Vorschlag auf und wird für die kommende Sitzung einen Vorschlag unterbreiten, um das Ehrenamt zu stützen. Im Haushalt 2019 sind für die Arbeit der Notfallseelsorge und Einsatznachsorge 78.000 Euro veranschlagt.