15.05.2020: Machbarkeitsstudie zur Zentralisierung des Berufskollegs Dinslaken des Kreises Wesel

Am Donnerstag, 14. Mai, fand im Weseler Kreishaus eine Informationsveranstaltung zur Zentralisierung des Berufskollegs Dinslaken statt. Eingeladen waren die Mitglieder des Ausschusses für Bauen und Abfallwirtschaft und des Schul-, Kultur- und Sportausschusses, sowie Vertreter/innen der Stadt Dinslaken und des Berufskollegs.

Landrat Dr. Ansgar Müller wies zu Beginn der Veranstaltung auf die Bedeutung des Projekts hin: „Nach dem Bau des Berufskolleg Campus in Moers ist dieses Projekt am Berufskolleg Dinslaken eine weitere wichtige und aus meiner Sicht notwendige Investition in die Zukunft. Eine moderne und zukunftsorientierte Bildungsinfrastruktur ist ein entscheidender Standortfaktor für den Kreis Wesel.“

Sabina Lüttig von der REICHEL Ingenieurgesellschaft für Projektmanagement mbH aus Erkrath erläuterte den Anwesenden, dass das Planungsbüro aus zunächst 10 untersuchten Varianten gemeinsam mit der Kreisverwaltung vier Varianten ausgewählt und näher betrachtet hatte. Die Zentralisierung des Berufskollegs an der Konrad-Adenauer-Straße sowie die Beibehaltung der beiden vorhandenen Standorte folgen dabei nicht dem Kreistagsbeschluss von 2018 zur Zentralisierung und wurden daher lediglich als Rückfallvarianten betrachtet. 

Neben einer Sanierung der Bestandsgebäude und einem Zubau für die benötigten Raumkapazitäten durch Wegfall der Gebäude in der Konrad-Adenauer-Straße kommt auch ein Neubau aller Gebäudeteile in Betracht. Laut Machbarkeitsstudie birgt eine Sanierung im Bestand das größte Kosten- und Terminrisiko. Darüber hinaus müssen sich Lernkonzepte weitestgehend der vorhandenen und größtenteils nicht veränderbaren Gebäudestruktur unterordnen.

Daher schlagen das Planungsbüro und die Kreisverwaltung fachübergreifend einen sukzessiven Neubau an der Wiesenstraße vor. Vorstandsmitglied für den Bereich Bildungswesen Michael Maas erläuterte: „Ein Neubau ermöglicht uns eine bedeutend freiere Gestaltung. Die Räume können pädagogischen Konzepten angepasst werden und garantieren den zukünftigen Schülerinnen und Schülern ein Lernumfeld, das modern und wandelbar ist. Auf lange Sicht ist dies die nachhaltigste Option. Durch die gute Anbindung an den ÖPNV tragen wir außerdem der Verkehrswende Rechnung.“

Der Projektzeitraum dieser Variante umfasst inklusive bereits laufendem Bebauungsplanverfahren, Planungsprozess, Ausschreibung und Bau insgesamt 12 Jahre. Die Kosten wurden vom Planungsbüro auf 145 Mio. Euro prognostiziert.

Vorstandsmitglied Helmut Czichy führte aus: „Besonders wichtig ist hier eine realistische Betrachtung der Kosten und der Kostenentwicklung. Daher beinhaltet die prognostizierte Gesamtsumme auch den Sporthallenneubau, die Ausstattung, die Baunebenkosten sowie die zu erwartende Baukostensteigerung von 5 Prozent jährlich.“

Über die vorgestellten Varianten wird nun im Schul-, Kultur- und Sportausschusses am 9. Juni, im Ausschuss für Bauen und Abfallwirtschaft am 10. Juni, sowie im Kreisausschuss am 23. Juni und abschließend im Kreistag am 25. Juni beraten und entschieden.

Machbarkeitsstudie.pdf