Kooperative Landschaftsplanung

Mit der kooperativen Landschaftsplanung wird im Kreis Wesel seit 2001 ein grundsätzlich neuer Weg in der Aufstellung und Umsetzung der Landschaftspläne beschritten.

Aufbauend auf den Erfahrungen bei der Umsetzung der Landschaftspläne sowie der vielschichtigen Kritik an der herkömmlichen Landschaftsplanung hat der Kreis Wesel bereits seit 1996 Gespräche mit Land- und Forstwirten, Jägern und Naturschützern geführt und neue Planungsgrundsätze und -inhalte erarbeitet. Zunächst galt es, verloren gegangenes Vertrauen wiederzugewinnen. Grundlage hierfür sind die Kooperationsvereinbarungen "Landschaftsplanung/ Landwirtschaft", "Landschaftsplanung/ Jagd", "Landschaftsplanung/ Forstwirtschaft" und "Landschaftsplanung/Fischerei". Diese Vereinbarungen legen den Handlungsrahmen für das zukünftige Miteinander fest und bilden die Fundamente der Kooperativen Landschaftsplanung.

Landwirt bei der Strohernte

Landschaftsplanung bedeutet kein einfaches "Zurück zur Natur". Landschaftsplanung im Kreis Wesel bedeutet heute, dass der intensive und offene Dialog mit allen Beteiligten im Mittelpunkt des neuen Planungsverständnisses steht. Die Bürgerinnen und Bürger erhalten die Chance, frühzeitig mitzureden und so aktiv auf den Planungsprozess einzuwirken. Kernelement ist die Suche nach gemeinsam getragenen Lösungen. Hierzu zählt auch, nicht allein Landschaft dort wirksam zu schützen und zu entwickeln, wo es erforderlich ist, sondern zugleich interessierten Menschen die Wege zu unseren faszinierenden Erlebniswelten zu erschließen. Dies bedeutet mehr Lebensqualität für Mensch und Natur.

Allerdings wird diese Aufgabe zunehmend schwieriger, da die Nutzungsansprüche an die Landschaft stetig ansteigen. Hinzu kommen der dramatische Strukturwandel in der Landwirtschaft und das damit einhergehende Höfesterben. Die Zahl der bäuerlichen Betriebe ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Dies ist auch für die Landschaftsplanung ein gravierendes Problem, denn die Landwirtschaft hat das Gesicht unserer Landschaft geprägt. Sie soll auch zukünftig eine entscheidende Rolle in der Landschaftspflege spielen.

Mutterkuhherde in Xanten-Marienbaum

Die Landschaftsplanung bietet hierfür mit dem Vertragsnaturschutz geeignete Instrumente an. Der Vertragsnaturschutz wird daher künftig ein größeres Gewicht gegenüber dem Ordnungsrecht erhalten. Landwirten werden befristete Verträge angeboten; als Ausgleich für die schonende Bewirtschaftung der Flächen erhalten sie Fördergelder. Am Ende der Laufzeit fallen die vereinbarten Einschränkungen weg, wenn eine Verlängerung nicht gewünscht wird, d.h. die ursprüngliche Nutzung kann wieder aufgenommen werden. Dadurch gibt der Vertragsnaturschutz den Betrieben die notwendige Sicherheit, selbst über mögliche und betriebswirtschaftlich sinnvolle Maßnahmen mitbestimmen zu können.

Die Vorgaben zur Aufwertung der Landschaft werden künftig flexibler festgelegt. Während früher exakt vorgeschrieben wurde, wo z.B. Hecken angepflanzt oder Gewässer angelegt werden sollten, beschränkt sich der Plan künftig grundsätzlich auf die raumbezogene Darstellung. Damit kommt der Kreis Wesel den Grundstückseigentümern und Bewirtschaftern entgegen, die auf ihren Flächen freiwillig wichtige Beiträge für die Entwicklung von Natur und Landschaft leisten. Zugleich verbleiben für alle Seiten ausreichend Handlungsspielräume zur konkreten Festlegung von neuen Entwicklungsmaßnahmen.


Gut eingesetzte Steuergelder

Schutz und Entwicklung der Landschaft sind Leistungen zum Wohl der Allgemeinheit. Sie gibt es nicht zum Nulltarif. Deshalb werden sie mit öffentlichen Mitteln gefördert. Mit dem Landschaftsplan wird somit auch die Finanzierungsgrundlage für die Landschaftspflege geschaffen. Hier eingesetzte Mittel zur Erhaltung und Belebung unserer Landschaft sind gut investierte Steuergelder. Davon profitieren alle, die hier leben.

Kontakt

60-1-3 Landschaftsplanung / -realisierung
Büro: Wesel, Reeser Landstraße 31
Rothkopf, Sonja
Telefon: 0281 207-2549
Büro: Wesel, Reeser Landstraße 31, Zimmer 549
Letzner, Winfried
Telefon: 0281 207-2548
Büro: Wesel, Reeser Landstraße 31, Zimmer 548
Nagel, Martina
Telefon: 0281 207-2536
Büro: Wesel, Reeser Landstraße 31, Zimmer 536

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