Sicherstellung des geodätischen Raumbezugs nach Lage und Höhe

Unser Lebensraum, die Erdoberfläche, gehört zu den kostbarsten Gütern des Menschen. Im Widerstreit vielfältiger und teilweise gegensätzlicher Interessen ist es erforderlich, sorgfältig und vorausschauend damit umzugehen, damit unsere Lebensgrundlagen nicht beeinträchtigt werden. Hierzu bedarf es eines Instrumentariums, das Auswirkungen und Risiken von Planungen und Maßnahmen analysieren und abschätzen kann. Grundlage eines solchen Instrumentariums ist eine exakte, aktuelle Beschreibung der Erde mit ihren topographischen Erscheinungsformen. Diese Grundlagen zu liefern, ist Aufgabe der Landesvermessung. Ihre Daten sind die Basis für die raumbezogenen Daten anderer Fachbereiche.
Der Staat muss im Interesse einer allgemeinen Fürsorge über flächendeckende, einheitliche und authentische Informationen aller topographischen Gegebenheiten seines Staatsgebietes verfügen. Nur die öffentliche Hand kann die Ergebnisse der Landesvermessung wettbewerbsfrei und interessenneutral vorhalten und zur Verfügung stellen.

Folgerichtig definiert das Gesetz über die Landesvermessung und das Liegenschaftskataster in Nordrhein-Westfalen die Landesvermessung neben der Führung des Liegenschaftskatasters als öffentliche Aufgabe. Es weist diese Aufgabe dem Landesvermessungsamt NRW, den Bezirksregierungen, den Kreisen und kreisfreien Städten und den Öffentlich bestellten Vermessungsingenieuren als gemeinsame Aufgabe zu.

Den Katasterämtern obliegt in diesem Zusammenhang die Mitwirkung bei der Herstellung, Erneuerung und Erhaltung des Lage- und Höhenfestpunktfeldes.
Das Lagefestpunktfeld umfasst alle Vermessungspunkte, für die Koordinaten mit großer Genauigkeit und Höhen bestimmt sind und die in dem amtlichen Nachweis der trigonometrischen Punkte (TP) geführt werden. Das Höhenfestpunktfeld umfasst alle Vermessungspunkte, für die Höhen mit großer Genauigkeit und Koordinaten bestimmt sind und die in dem amtlichen Nachweis der Nivellementpunkte (NivP) geführt werden.
Für das dem trigonometrischen Festpunktfeld (TP-Feld) nachgeordnete Aufnahmepunktfeld (AP-Feld) sind die Katasterbehörden verantwortlich (Arbeiten zur Erhaltung und Erneuerung sowie Führung des Nachweises).

Auf das Kreisgebiet Wesel entfallen

  • 942 Trigonometrische Punkte
  • 1.584 Nivellementpunkte
  • 16.055 Aufnahmepunkte

Im Außendienst setzt der Kreis Wesel zur Zeit einen Messtrupp ein, der mit hochgenauen Instrumenten Positionsbestimmungen u.a. durch Satellitenbeobachtungen, Strecken- und Winkelmessungen und nivellitische Vermessungen durchführt.

Über das Kreisgebiet verteilte Festpunkte und Aufnahmepunkte bilden die Grundlage aller Vermessungen, die täglich von verschiedenen Stellen ausgeführt werden. Diese Vermessungspunkte haben hochgenaue Koordinaten und Höhen in nationalen und internationalen Bezugssystemen. Sämtliche Registrierungen und Darstellungen von Erscheinungen der Erdoberfläche werden in Beziehung zu diesen Punkten gebracht. Die Punkte werden mit hohem Aufwand bestimmt und durch feste, dauerhafte Vermarkungen vor möglichen Zerstörungen geschützt. Als Basis aller weiteren Vermessungen an Grund und Boden (z.B. Grundstücksteilungen, Gebäudeeinmessungen, topographische Aufnahmen für Lagepläne) sind sie von erheblichem volkswirtschaftlichen Wert.

Die Arbeiten von Landesvermessung und Liegenschaftskataster finden nicht im Verborgenen statt; es werden deutliche Zeichen gesetzt: Grenzsteine in der Örtlichkeit, Signaturen in den Karten.

Weitere Informationen über Bezugssysteme in der Grundlagenvermessung finden Sie auf den Seiten der Bezirksregierung Köln.

Verweise finden Sie auf dieser Seite im Bereich LINKS.

Kontakt

Ketelaars, Heinrich
Telefon: 0281 207-3414
Büro: Wesel, Reeser Landstraße 31, Zimmer 414

Links