Ausbildungssituation bei der Kreisverwaltung Wesel hier: Einstellung von Nachwuchskräften im Jahre 2012

Vorlagennummer: 871 /VIII
Datum: 16.11.2011
Beratungsart:öffentlich

Drucksache und Anlagen (PDF-Dokumente)

  1. Ausbildungssituation bei der Kreisverwal.pdf
  2. APV111207 TOP 6 öT Drs. 871 VIII Anlage.pdf

Beratungsweg

Hier können Sie den Beratungsweg und die Beschlussfassungen der Vorlage verfolgen

Ausschuss für Personal- und Verwaltungsangelegenheiten, 07.12.2011

Beschluss:
Der Kreisausschuss schlägt dem Kreistag vor, wie folgt zu beschließen:

"Der Kreistag beschließt, für das Jahr 2012 insgesamt 17 Ausbildungsplätze, davon 3 Ausbildungsplätze bedarfsgerecht und 14 Ausbildungsplätze über Bedarf, in folgenden Ausbildungsbereichen zu besetzen:
1. bedarfsgerechte Ausbildung
3 Inspektoranwärter/innen / Aufstiegsbeamte/innen
2. Ausbildung über Bedarf
14 Verwaltungsfachangestellte, davon 2 Ausbildungsplätze für schwerbehinderte Jugendliche
Sollten über die Ausbildungszahl von 17 hinaus weitere Ausbildungsverhältnisse angezeigt sein, wird der Landrat hierzu ermächtigt."

Abstimmungsergebnis: - mit Mehrheit bei 1 Gegenstimme und 2 Enthaltungen -

Wortbeitrag:
KTM Schmitz (SPD) wies darauf hin, dass in der Öffentlichkeit der Eindruck einer inzwischen entspannteren Ausbildungssituation bestehe, aber nach dem Inhalt der Vorlage dennoch etwa jeder 2. Auszubildende keinen Ausbildungsplatz findet. Er bat um Erläuterung hierzu.

Leiter GB 15 Schröder gab an, die Verwaltung habe die gleiche Wahrnehmung. Sie müsse sich aber auf die - heute noch aktuell überprüften - Daten der Bundesagentur für Arbeit stützen, die diese Situation so belege. Eine Erklärung dieser Daten könne die Verwaltung nicht geben.

KTM Schmitz (SPD) äußerte, man sollte dem auf den Grund gehen, weil die Politik hier Verantwortung trage.

KTM Kamps (CDU) fragte nach, wie viel Bewerber es insgesamt für die Ausbildungsstellen gebe, wie viele davon geeignet seien und für welche Ausbildungsbereiche die schwerbehinderten Bewerber vorgesehen seien. Außerdem bat er um Erklärung, ob auch Aufstiegsbeamte die Ausbildungsplätze belegen würden.

KTM Meylahn (VWG) vertrat die Auffassung, dass insgesamt 9 Personen im gehobenen Dienst und 2 schwerbehinderte Jugendliche ausgebildet werden sollten. Dafür könne die Ausbildung über Bedarf wegfallen.

Ausschussvorsitzender KTM Bott (SPD) wies darauf hin, dass in diesem Fall keine Ausbildung im mittleren Dienst mehr stattfinden würde.

KTM Rohe (FDP) erinnerte daran, dass im Rahmen der Haushaltskonsolidierung Einsparungen von ca. 50 % im Bereich der Ausbildung vorgesehen seien und die Vorlage keine klare Angabe des tatsächlichen Ausbildungsbedarfs enthalte. Er könne dem so nicht zustimmen.

KTM Hanke-Beerens (B 90/Grüne) signalisierte Zustimmung. Ihre Fraktion gehe davon aus, dass der Kreis Wesel einen Beitrag zur Ausbildung leisten müsse. Unter Hinweis auf den letzten Satz des Beschlussvorschlages bat sie um Mitteilung, wie die Ermächtigung des Landrates für den Fall, dass weitere Ausbildungsverhältnisse angezeigt sein sollten, zu verstehen sei.

KTM Winterberg (B 90/Grüne) bekräftigte die Zustimmung und ergänzte, dass die Wirtschaft auch in guten Zeiten nicht vermehrt Ausbildungsplätze bereitstellen würde, sondern lieber fertig ausgebildete Kräfte einstellt. Deshalb solle die bisherige Ausbildungspraxis beibehalten werden.

KTM Kamps (CDU) entgegnete dazu, dass die Betriebe nach seiner Einschätzung ausbilden wollen. Es sei aber schwer, qualifizierten Bewerber zu finden, nicht zuletzt deshalb, weil diese zum Teil auch vom Kreis Wesel vom Arbeitsmarkt genommen würden. Es könne auch darüber nachgedacht werden, geringer qualifizierte Kräfte auszubilden. Dennoch sollte der Kreis Wesel durch die Bereitstellung von Über-Bedarf-Ausbildungsplätzen ein Zeichen setzen, auch wenn dadurch die Grenze der Ausbildungskapazität erreicht wird.

KTM Hanke-Beerens (B90/Grüne) wies hinsichtlich der Qualifikation der Ausbildungskräfte darauf hin, dass Verwaltungsleitung und Politik regelmäßig sehr gute bis Spitzenleistungen erwarten würden. Dann müsse die Einstellung von Nachwuchskräften auch so angelegt werden, dass diese Erwartungen erfüllt werden können.

Ausschussvorsitzender KTM Bott (SPD) stimmte dem grundsätzlich zu und ergänzte, bei einem Vergleich mit der Wirtschaft müsse berücksichtigt werden, dass der Kreis Wesel nur in reinen Verwaltungsberufen ausbildet.

Leiter GB 15 Schröder teilte zu den Ausbildungsplätzen für schwerbehinderte Jugendliche mit, diese seien bedarfsüberhängend im Bereich des mittleren Dienstes eingerichtet. Zu den Bewerberzahlen und der Integration der über Bedarf ausgebildeten Kräfte in das Berufsleben gab er einen Überblick über die in Anlagen 1 und 2 zur Niederschrift dargestellten Daten.

Zur den Sparmaßnahmen im Ausbildungsbereich teilte er mit, dass die im Rahmen der Haushaltskonsolidierung für die Jahre 2011 und 2012 gefassten Beschlüsse bei der Ausbildungsplanung berücksichtigt und eingehalten worden seien. Ob dies auch bis 2015 möglich sei, sei jedoch fraglich.

Die Ermächtigung des Landrates, ggfls. weitere Ausbildungsverhältnisse zu begründen, sei zur Wahrung einer gewissen Flexibilität in den Beschlussvorschlag aufgenommen worden. Es sei nicht auszuschließen, dass sich weitere Bedarfe ergeben können, auf die kurzfristig reagiert werden müsse.

KTM Kamps (CDU) ergänzte, diese Öffnungsklausel werde seit Jahren beschlossen, sei nach seiner Kenntnis bisher aber nie zum Tragen gekommen.

KTM Rohe (FDP) fragte nach, wie die Vorgaben der Haushaltskonsolidierung realisiert wurden und wo gespart werden soll.

Leiter FD 15-2 Peitz gab an, dass im Durchschnitt schon weniger Ausbildungskräfte eingestellt würden als in den Vorjahren. Außerdem könnten viele Auszubildende nach der Prüfung kurzfristig im JobCenter eingesetzt werden, was - im Gegensatz zu einem Einsatz mit Zeitvertrag beim Kreis Wesel - dazu führe, dass sie nicht mehr im Ausbildungsbudget geführt werden müssen.

Eine Belegung von Ausbildungsplätzen für den gehobenen Dienst durch Aufstiegsbeamte/innen sei derzeit nicht absehbar, da kein entsprechender Antrag vorliege.

Ausschussvorsitzender KTM Bott (SPD) schlug vor, zur Vermeidung von Missverständnissen den Beschlussvorschlag dahingehend zu konkretisieren, dass hinter dem Wort "Verwaltungsfachangestellte" ein Komma eingefügt wird. Damit solle verdeutlicht werden, dass die 2 Ausbildungsplätze für schwerbehinderte Jugendliche der Ausbildung über Bedarf zuzuordnen sind.

Nachdem hiergegen keine Einwände erhoben wurden und auch keine Wortmeldungen mehr vorlagen, hat der Ausschuss für Personal- und Verwaltungsangelegenheiten folgende, abgeänderte Beschlussempfehlung gegeben:

"Der Kreisausschuss schlägt dem Kreistag vor, wie folgt zu beschließen:

Der Kreistag beschließt, für das Jahr 2012 insgesamt 17 Ausbildungsplätze, davon 3 Ausbildungsplätze bedarfsgerecht und 14 Ausbildungsplätze über Bedarf, in folgenden Ausbildungsbereichen zu besetzen:

1. bedarfsgerechte Ausbildung
3 Inspektoranwärter/innen / Aufstiegsbeamte/innen

2. Ausbildung über Bedarf
14 Verwaltungsfachangestellte,
davon 2 Ausbildungsplätze für schwerbehinderte Jugendliche

Sollten über die Ausbildungszahl von 17 hinaus weitere Ausbildungsverhältnisse angezeigt sein, wird der Landrat hierzu ermächtigt."

Kreisausschuss, 08.12.2011

Beschluss:
Der Kreisausschuss hat zunächst folgenden von der VWG-Kreistagsfraktion mündlich gestellten Änderungsantrag mit Mehrheit bei 2 Ja-Stimmen abgelehnt:
Der Kreistag beschließt, für das Jahr 2012 insgesamt 12 Ausbildungsplätze, davon 3 Ausbildungsplätze bedarfsgerecht und 9 Ausbildungsplätze über Bedarf, in folgenden Ausbildungsbereichen zu besetzen:
1. bedarfsgerechte Ausbildung
3 Inspektoranwärter/innen / Aufstiegsbeamte/innen
2. Ausbildung über Bedarf
9 Verwaltungsfachangestellte, davon 2 Ausbildungsplätze für schwerbehinderte Jugendliche.
Sollten über die Ausbildungszahl von 12 hinaus weitere Ausbildungsverhältnisse angezeigt sein, wird der Landrat hierzu ermächtigt.

Der Kreisausschuss hat danach dem Kreistag vorgeschlagen, wie folgt zu beschließen:

Der Kreistag beschließt, für das Jahr 2012 insgesamt 17 Ausbildungsplätze, davon 3 Ausbildungsplätze bedarfsgerecht und 14 Ausbildungsplätze über Bedarf, in folgenden Ausbildungsbereichen zu besetzen:
1. bedarfsgerechte Ausbildung
3 Inspektoranwärter/innen / Aufstiegsbeamte/innen
2. Ausbildung über Bedarf
14 Verwaltungsfachangestellte, davon 2 Ausbildungsplätze für schwerbehinderte Jugendliche.
Sollten über die Ausbildungszahl von 17 hinaus weitere Ausbildungsverhältnisse angezeigt sein, wird der Landrat hierzu ermächtigt.

Abstimmungsergebnis: mit Mehrheit bei 1 Gegenstimme und 1 Enthaltung

Kreistag, 15.12.2011

Beschluss:
Der Kreistag hat zunächst folgenden von der VWG-Kreistagsfraktion mündlich gestellten Änderungsantrag mit Mehrheit bei 8 Ja-Stimmen und 1 Enthaltung abgelehnt:
Der Kreistag beschließt,
für das Jahr 2012 insgesamt 12 Ausbildungsplätze, davon 3 Ausbildungsplätze bedarfsgerecht und 9 Ausbildungsplätze über Bedarf, in folgenden Ausbildungsbereichen zu besetzen:
1. bedarfsgerechte Ausbildung
3 Inspektoranwärter/innen / Aufstiegsbeamte/innen
2. Ausbildung über Bedarf
9 Verwaltungsfachangestellte, davon 2 Ausbildungsplätze für schwerbehinderte Jugendliche.
Sollten über die Ausbildungszahl von 12 hinaus weitere Ausbildungsverhältnisse angezeigt sein, wird der Landrat hierzu ermächtigt.

Der Kreistag hat danach beschlossen,
für das Jahr 2012 insgesamt 17 Ausbildungsplätze, davon 3 Ausbildungsplätze bedarfsgerecht und 14 Ausbildungsplätze über Bedarf, in folgenden Ausbildungsbereichen zu besetzen:

1. bedarfsgerechte Ausbildung
3 Inspektoranwärter/innen / Aufstiegsbeamte/innen
2. Ausbildung über Bedarf
14 Verwaltungsfachangestellte, davon 2 Ausbildungsplätze für schwerbehinderte Jugendliche.
Sollten über die Ausbildungszahl von 17 hinaus weitere Ausbildungsverhältnisse angezeigt sein, wird der Landrat hierzu ermächtigt.

Abstimmungsergebnis: mit Mehrheit bei 5 Gegenstimmen und 3 Enthaltungen